
Weihnachtsbäckerei
Was wäre die Adventszeit ohne Vanillekipferl, Makronen und Zimtsterne? Sie versüßen uns die kalte Jahreszeit und stimmen auf das nahende Fest ein.Wer annimmt, Plätzchenbacken sei zeitaufwendig und kompliziert der irrt. “Haben Sie keine Angst vor dem Backen. Es ist nicht so schwer, wie viele behaupten”, sagt die Autorin (“Last Minute Plätzchen”, GU). Wer sich die Sache erleichtern will, sollte einige Tipps beherzigen. “Man darf sich nicht zu viel vornehmen. Auch wenn die Nachbarin jedes Jahr zehn Plätzchensorten auftischt, muss das noch lange nicht der eigene Anspruch sein”, betont Wetzstein.
Anfänger sollten die Plätzchensorten nacheinander backen und nicht versuchen, logistische Wunderwerke zu vollbringen, rät die Expertin. Wichtig sei es auch, vor dem Start alle Zutaten bereitzustellen und das Rezept einmal komplett durchzulesen. “Es gibt nichts Blöderes als festzustellen, dass man einen Arbeitsschritt übersehen oder eine wichtige Zutat gerade nicht im Haus hat”, betont die Autorin. Bei der Auswahl der Rezepte solle man sich an einfache Varianten halten.
“Plätzchen müssen nicht zwangsläufig kunstvoll aufgetürmt, malerisch dekoriert und in filigraner Handarbeit getrimmt sein”, sagt Wetzstein. Sie kenne Rezepte, bei denen die Plätzchen nach maximal 30 Minuten entweder fertig oder im Ofen seien. “Besonders fix geht es, wenn man sich das Ausstechen spart und das Gebäck ganz einfach mit dem Messer in Würfel, Rauten oder Schnecken schneidet”, rät sie. Man könne auch mit den Händen Kugeln formen oder ganz einfach mit einem Löffel Teigkleckse aufs Blech setzen.
Zu den schnellen Klassikern der Plätzchenküche zählten beispielsweise Linzer Schnecken, die in Anlehnung an die Linzer Torte entstanden seien. “Hier wird eine Nuss-Mürbeteig-Platte mit Preiselbeerkonfitüre bestrichen, aufgerollt und in Scheiben geschnitten”, erläutert die Backbuchautorin. Für Freunde von Vanille-Kipferln gibt es die schnellere Variante – Vanillestangerl. “Sie müssen nicht so aufwendig geformt werden”, sagt Wetzstein.
Natürlich dürfen bei den Plätzchenklassikern auch Makronen nicht fehlen. “Doch das Eischneeschlagen und die Frage, was mit dem vielen übrigen Eigelb passieren soll, fällt bei meinem Rezept für Mandel-Mohn-Makronen komplett weg”, sagt die Autorin. Bei diesem Rezept wanderten als schaumige Basis Schokoküsse ohne Waffel in die Rührschüssel. Backfertige Mohnmasse und geriebene Mandeln sorgten für eine schöne Konsistenz und viel Geschmack.
Für Verfechter der schlanken Linie sind Kürbisloiberl ideal, ein Plätzchen hat nur etwa 35 Kilokalorien. “Das sind schnelle Plätzchen aus Apfel, Kürbis und Amarettini-Keksen”, erläutert die Expertin. Hier werde der Teig mit einem Löffel aufs Backpapier gesetzt. Für den speziellen Aromakick sorge ein Hauch Ingwerpulver.
“Wer es knusprig mag, wird an den Knuspermüsli-Florentinern seine Freude haben”, empfiehlt Wetzstein. Die Florentinermasse bestehe aus getrockneten Aprikosen, Zucker, Margarine, Honig und Rosinen und werde mit Schokolade verfeinert. “Für den Extra-Crunch sorgt neben Mandelblättchen, wie der Name schon sagt, das Knuspermüsli”, erklärt die Rezeptentwicklerin.
Für Italien-Liebhaber gebe es eine Cantuccini-Variante mit Pistazien, Honig und Rosmarin. Für kleine Bäcker seien Blitz-Ausstecherle aus Mürbteig der Renner. “Kinder wollen natürlich immer mitmachen, und für sie gehört das Ausstechen einfach dazu”, weiß die Expertin. Die Ausstecherle können nach dem Backen ganz nach Herzenslust noch mit Schokolade, Zuckerguss und Glitzerperlen verziert werden.
Buchtipp: Cora Wetzstein: “Last Minute Plätzchen. Endlich Weihnachten”, Gräfe und Unzer Verlag, 2008, 4,90 Euro, ISBN: 978-3-8338-0686-5
(ddp)
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