
Bärlauch
Auf feuchten Waldböden sprießt jetzt der Bärlauch. Die Zwiebelpflanze mit dem botanischen Namen Allium ursinum überzieht ganze Flächen mit ihrem frischgrünen Blätterteppich. Bärlauch erfreut sich seit einigen Jahren einer zunehmenden Beliebtheit, wie die Experten der Gartenakademie Rheinland-Pfalz berichten.
Bärlauch ist ein ausdauerndes Zwiebelgewächs und gehört zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae). Er ist eng verwandt mit dem Knoblauch und der Küchenzwiebel. In vielen Gebieten Deutschlands wächst der Bärlauch wild, vor allem in nährstoffreichen und feuchten Laubwäldern. Besonders beliebt sind Buchenwälder. Feuchte, humose, kalkhaltige Auenböden an schattigen Plätzen werden bevorzugt.
Schon zeitig im März treiben die etwa 15 bis 50 Zentimeter langen, lanzettlich gestielten Blätter aus dem Boden und bringen im Mai weiße Blütenstände. Pro Zwiebelchen entwickeln sich meist 2 Blätter. Auf einem Blütenstiel stehen in einer Scheindolde – ähnlich wie bei Möhre, Kerbel und Fenchel – bis zu 20 sternförmige, kleine Blütchen mit einem Durchmesser von 12 bis 20 Millimeter. Der Name “Allium” bedeutet “Lauch” und “ursinum” “Bär”. Im Volksglauben dachte man nach Auskunft der Gartenakademie, dass die Bären, wenn sie aus dem Winterschlaf aufstanden, als erstes das frische Grün des Bärlauchs suchten.
Bärlauch-Blätter können bei der Ernte im Wald mit den Blättern einiger giftiger Pflanzen verwechselt werden. In erster Linie sind dies der Gefleckte Aronstab, die Herbstzeitlose und das Maiglöckchen. Bei der Ernte von Bärlauchblättern muss man deshalb sorgfältig die Echtheit prüfen. Ein sicheres Merkmal zur Unterscheidung ist der starke Knoblauchgeruch, den man im Wald oft schon von weitem erkennt. Im Zweifelsfalle zerdrückt man am besten ein Blatt und hält es an die Nase. Sinnvoll ist es nach Auskunft der Experten auf jeden Fall auch, sich die Abbildungen der Giftpflanzen einzuprägen.
Bärlauch gehört zu den ältesten Nutz- und Heilpflanzen Europas. Schon die Germanen und Kelten wussten die Vorteile des Bärlauchs zu schätzen. Karl der Große bezeichnete im 8. Jahrhundert in seiner königlichen Verordnung über die Landgüter (Capitulare de villis) den Bärlauch als anbauwürdige Gartenpflanze. Die Mystikerin Hildegard von Bingen sprach sogar von “viriditas”, der Kraft, die alles wachsen und grünen lässt.
(ddp)
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